Texte

 

Besagendes Ereignis spielte sich ab vor mehr als 2000 Jahren,
doch tut es heute noch bewegen viele Menschenscharen.
Die Bedeutung möge für jeden Unterschiedlich sein,
jedoch rechtfertigt dies für manche das Menschensein.
Im Buddhismus und Hinduismus geht es um das Karma,
es bestimmt das durch früheres Handeln bedingte gegenwärtige Schicksal.
Diesen Zyklus zu durchbrechen und das Erreichen des Nirwana,
bedeutet das Leben zu beenden, wie Jesus es damals tat an dem Pfahl.
Doch laut christlicher Aussage war dies nicht das Ende,
denn um die heutige Osterzeit, nahm das Geschehen seine Wende.
Er ist wie durch ein Wunder auferstanden,
und jetzt an Gottes rechter Seite, im „christlichen“ Nirwana oder auch, Himmel.
Und für diejenigen, die kaum etwas daraus lernen,
das was morgen passiert, steht gewiss in den Sternen.
Also sehet die Auferstehung wie den morgigen Tag, als neue Gelegenheit,
seit dankbar, lebt, liebt und lacht, denn dafür ist nicht ewig Zeit.
 
 

Religion 13.3
Wie stelle ich mir eine Auferstehung vor?

Spiegel der Scheinwelt


Ich öffne meine Augen, eins nach dem anderen.
Ich stehe auf und es fühlt sich nicht mehr so an,
als würde die Last meiner Schultern mich runterdrücken....
Als würde das Leben, das auf mir sitzt, mich ersticken
und meine Gleichgültigkeit schmücken.
Ich stehe auf mit plötzlicher Leichtigkeit, Freude und Lebenslust.
Verabschiede mich von meiner täglichen Begleiterin, der Frust.
Die Last, Trägheit und Schwere ist verschwunden, verblasst.
Mein plötzliches Gefühl zu einem Gedicht verfasst.
Die schwarze Leere hinterläßt nur einen leichten Duft in der Luft,
wie der Geruch des Regens nach einem Sturm auf der Flucht.
Ich springe, renne, tanze, gefangen in einer kitschigen Romanze.
Umhüllt von Farben, Blumen und Stille und frei von menschlichen Gebrülle.
Du sollst so sein, so aussehen, so leben....
Denn nur dann kannst du Aufmerksamkeit erregen!
Nur dann werden Menschen dich lieben, dich schätzen.
Du musst bloß diese fröhliche Maske aufsetzen.
Lächle, ihnen ist es egal wie du dich wirklich fühlst.
Sei nett, sie sollen nicht denken du wärst arrogant und eingebildet.
Nimm ab, sie sagen es ist hässlich dick zu sein. Kurven sind Zeichen der Schwäche.
Dünnheit ist nicht schwer, einfach erbreche!
Doch ich drehe das Radio der Stimmen runter,
all meine Emotionen hängen kopfunter.
Ich absorbiere die Melodie, die mich umarmt und
spüre wie meine Wut immer mehr verarmt.
Mit jedem Schritt, den ich gehe, immer weiter
mein neues Leben ersehe....
Bereit auf alles was noch kommt
blicke ich sehnsüchtig zum Horizont.
 
 

leben woher
sterben wohin
auferstehen
in einem gedanken
in einer geschichte
in genen
im kreislauf der natur
zum leben
auferstehen
folgend dem gekreuzigten bruder
der lebendig ist mitten unter uns
hin zum genialen schöpfervater
der beim namen ruft
zum leben
wohin
in endlich erlebtes
leben
 
 

Die Tage ziehen schnell ins Land.
Der Tod scheint nicht mehr weit.
Doch was ich gestern plötzlich fand,
war noch ein bißchen Zeit.
Ich nahm sie in die Hände,
schon rief`s in mir: „Mach! Tu!“
„Ach mach doch dem ein Ende!“
sprach sie, „und lass dir Ruh!
Du scheinst mir ganz gefangen.
Drum lass dich nur gewähren,
und lass dein stetes Bangen.
So wird sich alles klären.“
Ich legte mich ins nächste Gras,
ruhte, schlief und döste,
und spürte, als ich sie vergaß,
dass sich was in mir löste.
Ich gab mich allem völlig hin,
sank tief in mich hinab,
ganz ohne Grund und ohne Sinn,
als fiel`ich in ein Grab.
Was sich mir tat, ich weiß es nicht.
Ich ließ mein Leben gehen.
Dann schien es mir im neuen Licht,
ich konnte Neues sehen.
Ich weiß es nicht, wie lang ich lag,
Jahre? Tage? Stunden?
Ich habe mich an diesem Tag –
Und wurde auch gefunden.
Aus dem Gras erhob ich mich
Gelöst von vielen Banden
Es war mir so, als wäre ich
gerade auferstanden.
Es scheint, die Tage zieh`n ins Land.
Der Tod scheint nicht mehr weit.
Doch was ich gestern glücklich fand,
war Zeit und Ewigkeit.
 
 
Auferstehung
Gedicht im grünen Holz-Rahmen 25 x 25 cm, Sandra Grande-Stebler, Heidelberg 2022.